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"Hertha, mach nicht den Bayern-Fehler!"
"Hertha, mach nicht den Bayern-Fehler!"

Reiner Calmund freut sich über Herthas Sieg, weiß aber auch: Ein Erfolg allein reicht nicht!


Ich habe es ja gesagt! Diese Hertha rettest du nur über Emotionen, Erfahrung und Disziplin. Ottos erste Maßnahmen haben offenbar gewirkt. Nicht nur, dass die Umstellungen in der Startformation ein Zeichen an die Profis war: Schlaffis sind nicht mehr gefragt! Auch die Einstellung ist plötzlich eine ganz andere.

Hertha spielt auf einmal wieder mit Tempo in der Offensive, defensiv arbeitet das Team geschlossen, alle helfen mit. Klar, dass in einigen Situationen noch Sicherheit fehlt. Aber mit solchen Spielen wie Sonnabend kannst du die schnell wiederholen. Trotzdem muss das Team weiter gewarnt sein: Im 28. Heimspiel hintereinander ist es erst der dritte Sieg. Es ist eine Regel der Mathematik, dass das so natürlich noch nicht reicht. Dafür muss man kein Professor sein. Aber es ist schön zu sehen, dass auch die Berliner ihrem Hauptstadtklub wieder den Rücken stärken, endlich ist mal was los im Olympiastadion.

Glaubt mir, liebe Fans, das alleine hilft den Jungs da unten auf dem Rasen gewaltig. Und ich sage es mal mit pfundiger Vorfreude: Otto ist ein Meister darin, aus dieser Situation jetzt eine richtige Dynamik ins Team zu holen. Für das Training heißt das: Scheuklappen raus, doppelten Gummizug ran – und voller Fokus aufs Team. Auch, wenn die anderen unten punkten, aus eigener Kraft ist doch alles möglich.

Das gilt für die Bayern am anderen Ende der Tabelle nicht mehr – Aufholjagd gestoppt. Man hatte das Weißbier ja zwischenzeitlich schon wieder kalt gestellt. Im Kopf wurde bei einigen wahrscheinlich sogar Basel schon aus der Champions League gekegelt. Doch vor allem unsere Nationalspieler sind außer Form: Lahm und Neuer wirkten schon mal sicherer, Gomez und Müller stehen deutlich neben sich.

Nun also der harte Knall zurück in die Realität. Meine Leverkusener freut’s natürlich, sie sind nach dem Befreiungsschlag für Trainer Dutt Sieger des Spieltags. Schalke, Bremen, Hannover – gepatzt. Für Bayern bleibt die Erkenntnis: Ein, zwei gute Spiele reichen eben nicht, um sich von einer wochenlangen Krise zu erholen. Gilt auch für Hertha!


04. März 2012 17.35 Uhr, bz-berlin.de



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