News

"Südafrika - ein glänzender Gastgeber"
"Südafrika - ein glänzender Gastgeber"

Don Calli über seine WM Tops und Flops - Reiner Calmund schreibt im Express


Foto: Express/Bopp

Was war nicht alles befürchtet worden, was wurde nicht alles an Katastrophen prophezeit. Doch es kam anders. Südafrika entpuppte sich als glänzender Gastgeber, von wenigen Dingen abgesehen, gab es keine Zwischenfälle, die es anderswo nicht auch hätte geben können.

Auch DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt, seit 1974 für die Organisation jeder WM mitverantwortlich, schwärmte von der Leistung der Afrikaner und freute sich über deren Stolz. Ich hoffe auf Nachhaltigkeit, vor allen Dingen auch für die wirtschaftlich Benachteiligten. Dass es davon viel zu viele gibt und es vielen auch nach der WM nicht besser geht, darüber müssen wir nicht sprechen.

 

TOP:

23 aus der Bundesliga! Das hat Zukunft

Selten ist eine deutsche Mannschaft von so viel Skepsis begleitet zu einem WM-Turnier gereist. Verletzungspech (Ballack, Adler etc.), Fragezeichen bei der Nominierung (Kuranyi, Hummels, Höwedes, Podolski, Klose) – all das sorgte für Schwarzmalerei.

Doch die Mannschaft überraschte alle: Die Siege gegen England und Argentinien versetzten Millionen Fans in Verzückung. Da wurde richtig guter Fußball gespielt, da wurde mit der Kugel getanzt, wie es sonst nur Südländern zugetraut wird. Und auch wenn der Halbfinal-Sieg gegen Spanien nicht glückte, im Spiel um Platz drei folgte ein Sieg. Und Thomas Müller wurde nicht nur „Bester junger Spieler der WM“, sondern auch noch Torschützenkönig!

Diesem Team gehört die Zukunft. Und Deutschland hat die Gewissheit, dass die Liga in der Lage ist, eine starke Nationalmannschaft zu stellen. Alle nominierten 23 Spieler spielen in Deutschland.

 

FLOP:

Franzosen waren superdämlich

Eigentlich gehört auch Italien in diese Kategorie. Doch Marcello Lippi und sein Team kriegen mildernde Umstände. Er baute auf die alten Weltmeister von 2006, die ihren Zenit sichtlich überschritten hatten – da muss jetzt der Umbruch erfolgen.

Ebenso bei den Engländern. Ein Team voller großer Namen und kleiner Leistung. Wenn ich sehe, was John Terry für sich reklamiert und dann abliefert – da komme ich vor Lachen nicht mehr in den Schlaf. Und die Franzosen? „Allez les Blöd“ möchte man ausrufen! So dämlich hat sich noch keine Mannschaft angestellt. Kommt mal runter auf den Teppich und zieht die Bleischuhe an. Vielleicht klappt es dann auch wieder mit Fußball.

Nehmt diesen Pfeifen die Pfeife ab

Undiano, Coulibaly, Lennoy – was für Pfeifen durften da pfeifen! Diese unfassbar schlechten Schiedsrichter, die Spiele drehten und entschieden, wurden am Ende sogar von der FIFA kritisiert. Und bevor die sich zu so etwas hinreißen lässt, muss wirklich etwas passiert sein. Und es war eine Menge passiert. Tore, die keine waren und zählten. Reguläre Tore, die nicht zählten. Rempler, die mit Gelb und Rot bestraft wurden. Brutale Fouls, die keiner sah – meine Güte, es war zum Wegschauen. Aber die einzigen, die das taten, waren diese Schiris. Ich wünsche ihnen eine lange, lange Pause!

 

CALLIS WUNSCHZETTEL:

Beim DFB muss Ruhe für Löw rein

Ich hoffe, dass ganz schnell weißer Rauch aus der DFB-Zentrale aufsteigt! Jogi Löw muss sich jetzt zu seiner Aufgabe als Bundestrainer bekennen. Und innerhalb des Verbandes muss genauso schnell Ruhe einkehren. Die Zuständigkeiten müssen geklärt sein.

Das heißt im Klartext: Matthias Sammer, der Sportdirektor, soll konzeptionell und organisatorisch verantwortlich sein für den gesamten Nachwuchs inklusive U21. Ein Bereich, in dem es zuletzt vorzüglich funktioniert hat. Aber klar muss sein: Wenn der Löw einen Spieler ruft, dann gibt es kein Vetorecht. Löw muss es gestattet sein, von der U17 bis zur U21 jeden holen und da einsetzen zu können, wo es ihm beliebt. Und wenn er in der U21 Höwedes als Stürmer und Hummels als „10“ sieht, dann muss das umgesetzt werden, ohne Wenn und Aber! Dafür ist er Bundestrainer! Da darf es keinen geben, der ihm reinredet.

Nutzt endlich die Technik

Vielen Unparteiischen hätte geholfen werden können: mit Videobeweis, mit Chip im Ball. Wir erinnern uns an Lampards Schuss und viele andere Szenen, die man anders hätte lösen müssen. Und wir freuen uns über die Aussagen von Josef Blatter. Der FIFA-Präsident scheint endlich geschnallt zu haben, dass es so nicht weitergeht. Änderungen sind also in Sicht. Hoffentlich werden es die richtigen sein!

Mit technischen Hilfsmitteln hätte jetzt schon vielen Schiedsrichtern geholfen werden können. Ob per Video oder mit Chip-Ball, sollen Fachleute entscheiden. Hier könnten ehemalige Schiedsrichter, Spieler und Trainer helfen. Viele Spitzenkräfte haben mir erklärt, dass sie das positiv sehen, weil damit gravierende Fehlentscheidungen verhindert werden können.



Beitrag mit anderen teilen:
twitterfacebookmyspace