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Don Calli macht die Liga rund (15)
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Bayern sagt: Danke, Hanke! Jogi, lass endlich den Adler fliegen" - Reiner Calmund schreibt im EXPRESS


Das mag ja jetzt etwas merkwürdig klingen, aber: Gratulation an Werder Bremen. Auch wenn die gestern Punkte gelassen haben. Das Derby im Norden war echt ein Bombenspiel. Das ragte richtig aus den Nullnummern der Konkurrenz heraus. Schade nur für Werder, dass der größte Knaller bei Hannover spielte.

Bayern sagt: Danke, Hanke! Der 96-Angreifer und Schiedsrichter Wolfgang Stark bereiteten Werder die größten Probleme. Mike Hanke macht die Nullinger aus Hamburg und München zu den heimlichen Gewinnern – und schoss sich mit seinen drei Treffern wieder nachhaltig ins Blickfeld für den EM-Kader zurück. Das freut mich für den Jungen, er drohte zuletzt ein bisschen den Anschluss zu verlieren. Aber bei der Diskussion um die Stürmerplätze wird auch Leverkusens Stefan Kießling ein gewaltiges Wörtchen mitreden, das steht für mich fest. Ein richtiger Kerl ist das geworden. Was der ackert, wie der spielt, wie aggressiv er auftritt – Respekt!

Apropos EM-Kader: Bei den Torhütern muss Bundestrainer Joachim Löw nochmal in sich gehen. Ich kann ihm nur raten: Jogi, lass den Adler fliegen! Nur Jens Lehmann hat für mich nach toller WM und fehlerfreier Qualifikation die Nase vorn. Ihm wünsche ich, dass er einen Klub findet. Aber wenn nicht, sollte der Adler nicht nur auf der Brust stehen – sondern auch im Kasten. Und das sage ich nicht, weil ich im Herzen Leverkusener bin… Die Konkurrenz liefert die besten Gründe: Timo Hildebrand ist in Valencia – aus welchen Gründen auch immer – gar nicht erst im Kader. Dortmunds Roman Weidenfeller patzt gegen Bielefeld, Tim Wiese (Bremen) kassiert vier Buden, Robert Enkes Souveränität bröckelt. Gegen Bremen hätte er mindestens einen der Gegentreffer halten müssen.

Und Manuel Neuer, den ich zu Saisonbeginn ein paar Prozent vor Adler gesehen habe, kostet Schalke derzeit zu viele Punkte. Nein, Adler ist derzeit der stabilste Keeper der Liga und mitverantwortlich für den Leverkusener Höhenflug. Deshalb hätte er es verdient, mal ins Blickfeld von Löw und seinem Torwarttrainer Andreas Köpke zu rücken. Schon heute kann Adler zeigen, wie toll er fliegen kann – und Bayer bis auf einen Punkt an die Champions-League-Plätze heranführen.

Sehr gefreut habe ich mich über die Ehrung von Kaká zum „Fußballer des Jahres“. Keiner hat den „Goldenen Ball“ so verdient wie der brasilianische Superstar. Meine Güte, 2002 hätten wir den Jungen fast zu Bayer geholt. Knapp 10 Millionen Euro kostete der – da hat uns ein bisschen der Mut zum Risiko gefehlt. Aber für den Preis holen die Topklubs heute Ersatzspieler.
Verpflichtet hat ihn dann der AC Mailand.

Kaká ist aber nicht nur ein toller Fußballer. Der Brasilianer, übrigens kein Kind aus den Elendsvierteln, ist nie abgehoben. Ich habe mich in den letzten Jahren öfters mit ihm unterhalten. Kaká ist ein ganz normaler Junge geblieben, der allen Möchtegernstars zeigt, wie man sich auch benehmen kann. Seine Absicht, nach der Karriere Priester zu werden, halte ich für kein leeres Geschwätz. Kaká ist einer, der mit offenen Augen durchs Leben geht und weiß, wo gerade in seiner Heimat Brasilien geholfen werden muss.



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