Calli on Tour

Calli on Tour

Aktuelles:

18
Aug

18:00


Sommerpause

» Termine


Twitter

Calli zwitschert mit

Reiner Calmund nutzt den "Micro-Blogging"-Dienst Twitter » weiterlesen

twitter rss facebook myspace youtube xing

Suche

suche

Archiv

"Vorbild Lahm weiß, dass man auf ihn wartet"
"Vorbild Lahm weiß, dass man auf ihn wartet"

Callis Liga-Check Kolumnist Reiner Calmund analysiert den 20. Spieltag


Die erste bewusste Begegnung mit Philipp Lahm hatte ich im Juli 2001. Er spielte für die A Junioren des FC Bayern im Finale der Deutschen Meisterschaft in der BayArena gegen Bayer Leverkusen und holte damals seinen ersten großen Titel. Beim 3:2 der Münchener spielte er übrigens im Mittelfeld. Drei Jahre später – ich war Delegationsmitglied der Nationalmannschaft bei der EURO 2004 – trafen wir uns wieder. Lahm war damals 20 Jahre alt und verblüffte mich durch seine Abgezocktheit auf dem Platz und seine perfekten Umgangsformen. Der Junge, das wurde sofort deutlich, ist völlig klar in der Birne, der wird seinen Weg machen. Abgesehen von der unglücklichen Situation, um die Nachfolge des National-Kapitäns Michael Ballack, war er für mich immer ein Vorbild. Was kam, weiß jeder. Weltmeister, Champions-League-Sieger, mehrfacher Meister und Pokalsieger. Von 2006 bis 2014 wurde er bei fünf Welt- bzw. Europameistermeisterschaften jeweils ins Allstar-Team der besten 11 berufen.

Und nun wird er aufhören. Wie er immer alles bestimmte– ruhig, aber konsequent– bestimmt er nun auch das Ende der Karriere. Die Bayern waren nicht erfreut darüber, dass er zunächst Abstand gewinnen will und keine Position in der sportlichen Leitung übernimmt. Ich kann ihn verstehen. Das Fußball-Geschäft ist dazu angetan, dich mit Haut und Haaren aufzufressen. Eine Pause direkt nach dieser intensiven Karriere mit vielen Titeln, aber auch jeder Menge Stress, kann mehr als hilfreich sein. Von einem Hamsterrad direkt in das nächste? Lahm entschied sich dagegen. Sicher auch, weil er es sich erlauben kann. Finanziell sowieso, aber auch, weil er weiß, dass man auf ihn wartet. Ich gönne Lahm und dem deutschen Fußball zum Abschied den Champions-League-Titel, vielleicht wählen die Journalisten Philipp dann erstmalig doch noch zum Fußballer des Jahres. Verdient hätte er es!

B.Z. Berlin vom 12.02.2017



Beitrag mit anderen teilen:
twitterfacebookmyspace