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Vorsicht FC – Skibbe ist richtig gut!
Don Calli macht die Liga rund (3) - Reiner Calmund schreibt im EXPRESS
Im Rhein-Energie-Stadion brennt heute die Luft. Der FC braucht bei seinem wahnsinnig schweren Startprogramm unbedingt drei Punkte gegen Eintracht Frankfurt.
FC-Manager Michael Meier trifft dabei mit dem Frankfurter Trainer Michael Skibbe einen ganz alten Bekannten. In Dortmund machte er den damaligen Jugend-Trainer (4 x Deutscher Meister in Folge!) zum Chef-Coach. Skibbe dankte es mit Erfolgen: Er führte die Schwarz-Gelben von Rang 10 (unter Nevio Scala) in seiner ersten Saison gleich auf Platz vier und in die Champions League. Wieder auf Platz vier liegend, wurde er im nächsten Jahr am ersten Rückrunden-Spieltag entlassen – die Borussia geriet in allerhöchste Abstiegsgefahr, aus der sie erst Routinier Udo Lattek mit Matthias Sammer rettete.
Beim DFB feierte Skibbe mit Rudi Völler und der Nationalelf schöne Erfolge und die Vize-Weltmeisterschaft. Sein ganz besonderer Verdienst war jedoch, dass er nach der verkorksten EM 2000 ein neues Fundament für die heutige erfolgreiche DFB-Nachwuchsarbeit entscheidend mit baute. Wenn man Erfolge nicht ausschließlich an Titeln misst, dann hat Skibbe Großartiges geleistet.
Ab 2005 schaffte er mit Bayer 04 zwei Mal die UEFA-Cup-Quali, im dritten Anlauf scheiterte er denkbar knapp. Am letzten Spieltag rutschte Bayer von Rang vier auf sieben – weil Tranquillo Barnetta gegen Bremen nur den Pfosten traf.
Auch der FC wollte nach Daums Abgang mit ihm verhandeln, doch Michael Meier kassierte eine Absage seines alten Partners, weil der bei der Eintracht im Wort stand.
Skibbe steckt in der Schublade „nett, intelligent, kompetent, aber auch blass, farblos und zu sanft“. Kritiker werfen ihm vor, dass er nicht konsequent genug für den Profifußball ist. Persönlich wundert mich diese Einschätzung. Er ist ein eloquenter Trainer, einer, der die Sätze unfall- aber selten sinnfrei rauslässt. Skibbe verfolgt knallhart die Interessen der Mannschaft. Dabei geht er keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Denken sie an Thomas Häßler in Dortmund, und an Jörg Butt in Leverkusen (ja, Skibbe stellte René Adler ins Tor!). Aktuell nahm er Amanatidis in Frankfurt die Kapitänsbinde ab, schickte einige Stammspieler auf die Bank. Er setzt Zeichen, ohne Rücksicht auf Namen. Das ist mutig!
Michael Skibbe – oft verkannt, aber ein echter Junge aus dem Leben. Einer, der auf dem Boden geblieben ist, der nicht verkniffen und neunmalklug daher schwätzt.
Die Affäre mit seinem erotischen Telefon zeigt, dass er auch privat alles andere als nur lieb und brav ist. Aber was ist schon dabei, wenn ein junger Kerl pikante Fotos von seiner Partnerin im Handy speichert und ihr gegenüber per SMS Gefühle und Wünsche äußert. Das macht ihn sympathischer – und Emotionen soll es ja nicht nur beim Fußball geben…