
CALLIS LIGA-CHECK KOLUMNIST REINER CALMUND ANALYSIERT DEN 17. SPIELTAG
Die turbulente Weihnachtszeit in Berlin kann jetzt so richtig losgehen - Hertha ist mittendrin. Sportlich hat das Remis in letzter Minute die Festtagsstimmung zwar wieder etwas aufgetaut. Doch die Endlosdiskussion um Babbel wird noch weitergehen. Es droht frostig zu werden. Denn Risse sind da. Eigentlich war es okay, dass Babbel in der Winterpause über die Fortsetzung seines Vertrages entscheiden wollte. Doch das Geeiere gegenüber der Öffentlichkeit nervt. Erst ging es ums Privatleben, dann wurde über Transfer-Unstimmigkeiten gemunkelt und jetzt hat Babbel die Beendigung seines Vertrages, nach seiner Aussage, schon im November bekannt gegeben. Jetzt gibt es in der Führungsetage nur noch wenig Verständnis - nach 18 Monaten hätte man sich über klare Worte gefreut. Es hatte eben manchmal den Anschein, als ob Babbel mit der Hertha gut, erfolgreich und sicher verheiratet ist und dennoch gleichzeitig auf Brautschau geht. Das muss er sich auf die Butterstulle schmieren lassen. Der Manager wird dann knatschig und spricht mit anderen Kandidaten. Das ist übrigens nicht nur sein Recht - es ist seine Pflicht! Denn beim Rückrundenstart gibt es keine drei Monate Zeit für eine neue Trainer- und Kaderplanung.
Ganz nach dem Motto "Oh du Fröhliche" wird es in Dortmund zugehen. Endlich mal wieder eine souveräne Vorstellung vom Meister. Der BVB ist und bleibt der härteste Rivale der Bayern. Bitter sieht es für Freiburg aus. Zur stillen Nacht blinkt da die rote Laterne im Dauertakt.Und in München? Da heißt es "Süßer die Glocken nie klingen". Bayern ist verdienter Herbstmeister. Heynckes hat mit seiner partnerschaftlich konservativen, aber dennoch konsequenten Art großen Anteil am Erfolg. Er hat den richtigen Verhaltenskodex wieder eingeführt. Und, ganz wichtig: Er und sein Trainerteam halten sich auch selbst daran.
18. Dezember 2011 08.30 Uhr, bz-berlin.de
