
B.Z.-Experte Reiner Calmund ist sich sicher: Deutschland putzt die Griechen mit 3:1. Es kann aber zäh werden.
Es muss ja auch bei mir nicht immer Kaviar sein und deshalb habe ich mir Donnerstagmittag tatsächlich Gyros gegönnt. Schön mageres Fleisch, ein bisschen Krautsalat dazu, nur auf den Ouzo hab’ ich verzichtet. Ich brauche eine klare Birne! Die haben Jogis Jungs hoffentlich heute Abend auch.
Ich bin sicher, die Griechen sind zäher als mein Gyros. Sie marschierten ungeschlagen durch ihre Qualifikationsgruppe, schickten die starken Kroaten in die Play-off-Spiele. Trotzdem: Wenn die Kugel bei uns optimal läuft, dann schießen unsere Jungs die griechische Abwehr so löchrig wie die Akropolis. Was spielerisch in den Gruppenspielen noch fehlte, werden sich Özil und Co. für die K.o.-Runde aufgehoben haben. In Südafrika war das vor zwei Jahren ja auch nicht anders. Den Argentiniern und Engländern wird heute noch schlecht…
Löw kann sich auf eine starke zweite Reihe verlassen kann. Jungs wie Kroos, Götze, Reus, Schürrle und natürlich Klose scharren richtig wild mit den Hufen, da wird den vier Offensivspielern in der Startelf richtig Dampf gemacht.
Restlos überzeugt vom Sieg war ich, als ich gestern hörte, dass Angela Merkel nach Danzig reist. Die Bundeskanzlerin ist unser Glücksbringer, sie setzt mit ihrer Anwesenheit ein deutliches Zeichen. Das ist kein Larifari, die Frau hat eigentlich ganz andere Sorgen – auch mit dem Land unseres Gegners?...
Was wir im Fußball nie vergessen dürfen: Es kann auch schief gehen. Der Gyros kann auch plötzlich ganz schwer im Magen liegen und für die dicke Birne brauchst du dann keinen Ouzo. Deutschland hat ja Erfahrung mit frühen Rausschmissen bei europäischen Bällen: 1984, 2000 und 2004. Nach jedem dieser Turniere stand der DFB ohne Trainer da. Doch Derwall, Ribbeck und Völler hatten nicht die Voraussetzungen, die heute herrschen.
Der DFB hat den jüngsten Kader. Jogi Löw passt dazu wie die Faust aufs Auge. Wenn es schiefgeht, dann wird weiter gearbeitet. Dieser Kader hat Perspektive bis in den Himmel! Auch Spanien schied bei der WM 2006 im Achtelfinale aus. Luis Aragones blieb Trainer und formte die Elf, die 2008 mit ihm Europameister und 2010 mit Del Bosque Weltmeister wurde.
Ich bin aber überzeugt, das Jogis Truppe Griechenland mit 3:1 putzt!
22. Juni 2012 13:31 Uhr, bz-berlin.de

