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"Die Dortmunder trotzen mit Tuchel allen Einflüssen"
"Die Dortmunder trotzen mit Tuchel allen Einflüssen"

Callis Liga-Check Kolumnist Reiner Calmund analysiert den 32. Spieltag


In den 1970er Jahren gab es einen Film von Reiner Werner Fassbinder, der hieß „Angst essen Seele auf“. Ein gesellschaftspolitisches Drama, das nichts mit Fußballzu tun hat. Bis auf den Titel.

Denn die Spiele am Samstag zeigten deutlich: Wenn es um richtig was geht, wenn die Angst vor der Pleite alles überstrahlt, dann ist es vorbei mit der fußballerischen Leichtigkeit. Dann werden die Beine schwer, der Kopf leert sich mit jeder Minute mehr und statt Elektrolytdrinks könnten am Spielfeldrand auch Pampers verteilt werden. Obwohl der Meister längst feststeht, ist diese Bundesligasaison spannend wie kaum eine andere. Ob die Plätze drei und vier mit dem Kampf um die direkte Champions-League-Quali, ob die Ränge fünf bis elf mit dem Schneckenrennen um die Europa League oder der Abstiegskampf ab Rang zwölf – überall wird gezittert, es geht um Millionen und teilweise um die Arbeitsplätze. Das lähmt.

Leverkusen ist nur ein Beispiel. Junge, Junge, hat mich mein alter Klub gestern Nerven gekostet. Es hätte nicht viel gefehlt und ich wäre von meiner Couch geflüchtet, ab ins Auto und einfach rumkutschieren. Ausgerechnet der17-jährige Kai Havertz, der gerade seine Abiturklausuren hinter sich hat, sorgt mit seinem Tor dafür, dass Bayer wahrscheinlich nicht nachsitzen muss. Es gab auch an diesem Spieltag Ausnahmen von der Regel: Was der 1. FC Köln und Werder Bremen am Freitag abend präsentiert haben, das war aller erste Sahne. Toller Offensivfußball, Risiko bis zur letzten Sekunde von zwei Teams, die bislang eine unerwartet gute Saison spielen. Und auch der BVB und Hoffenheim lieferten sich einen heißen Fight um Platz drei. Dass der Schiedsrichter leistungsmäßig nicht immer mithalten konnte – geschenkt. Die Dortmunder trotzen allen Einflüssen, jetzt auch wieder den atmosphärischen Störungen zwischen Boss Aki Watzke und Trainer Thomas Tuchel, und überzeugen in dieser Umbruch-Saison mit bisher Platz drei und dem Cup-Finale. Kompliment!

B.Z. Berlin vom 07.05.2017



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