
CALLIS LIGA-CHECK KOLUMNIST REINER CALMUND ANALYSIERT DEN 32. SPIELTAG
In Berlin gehen bei der Hertha langsam die Bundesliga-Lichter aus. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt und man hat nur zwei Punkte Rückstand auf Köln und noch zwei Spiele vor der Brust. Doch was die Berliner gegen Lautern abgeliefert haben, ist ein einfach zu wenig. Nach der Schlappe gegen Freiburg im Sechs-Punkte-Spiel, gab's jetzt sogar gegen Schlusslicht und Absteiger 1.FCK mit 1:2 eine erneute schmerzhafte Niederlage.
Hier zeigt sich ist die größte Schwäche der Hertha. In zwei Spielzeiten wurden bisher nur vier Heim-Spiele gewonnen. Eine erbärmliche Quote, die reicht normal für drei Abstiege, mit dieser Bilanz hat man in der Bundesliga nichts zu suchen. Besonders schlimm finde ich, dass es bei der Hertha an elementaren Dingen hapert. Teamgeist, Spielordnung, Kampf und Laufbereitschaft sind Basics. Und genau da ist Hertha eindeutig unterbelichtet. Und die Qualität reicht auch nicht aus. Für Berlin kann man so nur das Schlimmste befürchten. Hertha sollte jetzt den Fußballgott anbeten oder den Papst anrufen, ob der helfen kann.
Wie es im Abstiegskampf geht, haben die Kölner gegen Stuttgart gezeigt. Mit ein wenig Glück hätten die sogar gewinnen können. Obwohl es beim FC drunter und drüber geht, hat die Mannschaft genau die Tugenden gezeigt, die der Hertha abgeht. Frank Schäfer hat da zwar ein Team mit mieser Mentalität übernommen, dieser egoistischen Truppe aber offenbar neues Leben eingehaucht.
Die Kölner schienen auch nicht übermäßig nervös. Nervösität ist ja schön und gut. Doch wenn Profis dabei vergessen zu laufen und zu kämpfen, sollten sie sich einen anderen Beruf suchen. Und immer gelähmt sein vom Druck lasse ich auch nicht gelten.
Otto Rehhagel steht jetzt mit der Hertha mit dem Rücken zur Wand. Ein Abstieg würde zwar mächtig wehtun, aber seine einmalige Karriere würde keinen gravierenden Kratzer bekommen. Dazu hat er einfach zu viel erreicht.

