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"Ismael ist nicht Wolfsburg Alleinschuldiger"
"Ismael ist nicht Wolfsburg Alleinschuldiger"

Callis Liga-Check Kolumnist Reiner Calmund analysiert den 22. Spieltag


Ich konnte mich gut in die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg hinein versetzen, nachdem das Spiel am Freitag abgepfiffen war. Als Chef von Bayer Leverkusen musste ich zweimal miterleben, wie es ist, wenn du plötzlich in den Keller rutscht – mit einer Mannschaft, die du eigentlich zusammen gestellt hast, um die internationalen Plätze anzugreifen. Die Tatsache, dass der VfL am Freitag gegen Werder hoch überlegen spielte, die Kugel aber nicht ins Netz brachte, macht die Situation nicht einfacher. Wenn schon eine gute Leistung nicht reicht, um einen direkten Konkurrenten zu schlagen, dann verliert man irgendwann das Selbstvertrauen und den Glauben. 

Es wäre nicht korrekt Trainer Valerien Ismael als Alleinschuldigen für die Misere verantwortlich zu machen. Allerdings ist der Franzose lange genug im Amt, um eine Trendwende herbeizuführen, er konnte im Winter personell ordentlich nachladen – doch fünf Niederlagen aus den letzten sechs Spielen sprechen Bände.   Die Krise des Hauptsponsors, das Theater um Julian Draxler, die Trennung vom ehemaligen Erfolgs-Duo Allofs/Hecking, Verletzungen, Formschwächen, Spieler, die weg wollen – die Situation ist brisant. Nachdem die Wolfsburger um den Jahreswechsel neun Punkte aus drei Spielen holten, habe ich Ihnen sogar noch Chancen für einen Vormarsch auf die internationalen Plätze zugetraut, ich fürchte, jetzt kann es für den VfL nur noch um die Rettung gehen. Der gesamte Klub muss jetzt eng aneinander rücken, es hilft nichts, die Situation schön zu reden und auf Einzelschicksale Rücksicht zu nehmen.  

Die Paarung am Freitag zeigte, wie vergänglich Erfolg ist. Es spielten in diesem Kellerduell der Meister des Jahres 2009 gegen den Pokalsieger 2009. Mit großartigem Fußball wurde der VfL Wolfsburg  2015 souveräner Deutscher Vizemeister und DFB Pokalsieger mit einem 3:1 über Borussia Dortmund. Ob da noch jemand dran gedacht hat?

B.Z. Berlin vom 26.02.2017



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