
CALLIS LIGA-CHECK KOLUMNIST REINER CALMUND ANALYSIERT DEN 16. SPIELTAG
Diese Spannung in der Liga ist für alle Fußballfans das erste Weihnachtsgeschenk des Jahres. Dagegen ist jeder Hitchcock-Film ein Kindermärchen. Die Lage zum Fest ist nun klar: Oben sind fünf, sechs Team dicht beieinander. Und alles drängelt sich. Denn jetzt hat sogar Augsburg die Rote Laterne abgegeben. Zuckerplätzen verteile ich trotzdem vor allem an Bremen. Nach der Talfahrt im letzten Jahr freue ich mich richtig für Allofs und Schaaf. Sie haben ihr Team stabilisiert. Wolfsburg agiert dagegen desolat. In der Besetzung und bei den Investitionen muss mehr herauskommen. Da tut's die Rute nicht mehr, hier muss ein Knüppel her.
Wild gefeiert wird bei meinen Nachbarn aus Köln. Die meisten Fans werden sich wohl kaum erinnern, dass ihr FC so gut dagestanden hat. Wesentlichen Anteil daran hat Podolski, und der Mann ist gefragter denn je. Ihn muss der Klub halten. Aber Poldi geht es nicht nur um seine eigene Kohle, er will, dass für seine Kölner mit kluger Transferpolitik auch mal ein internationales Plätzchen drin ist. Doch am 3. Advent soll erst mal richtig die Post abgehen. Kölner Weihnacht - ich bin dabei. Nach dem Kinderchor im Dom geht's mit den Höhner über Tische und Bänke. Und Gladbach? Da muss man nun doch sagen, dass Reus an allen Ecken und Enden fehlt. Trotzdem eine starke Hinrunde. Interessiert habe ich auch die Hertha wieder verfolgt. Fünf Punkte sind es ja noch auf Kaiserslautern. Wenn wir spekulieren, wird sich daran wohl heute auch nicht viel ändern. Schließlich müssen die Teufel beim BVB ran. Die Ernte für die Hinrunde ist sowieso eingefahren. Wichtig ist jetzt nur, dass es im Winter keine Nebenkriegsschauplätze gibt. Thema Babbel. Gerade der Chef muss vor der Rückrunde für klare Verhältnisse sorgen. Das muss jedem klar sein. Doch auch nach der Niederlage gegen Schalke muss man in Berlin längst noch nicht Alarm-Stimmung einleiten. Wenn dann endlich mal Ordnung herrscht, ist sicher noch viel drin.
11. Dezember 2011 19.10 Uhr, bz-berlin.de
