
Don Calli macht die Liga rund (18) - Reiner Calmund schreibt im Express
Brrr…, was für ein Wetter! Nach meinen thailändischen Sonnentagen habe ich jetzt wieder großen Appetit auf die Bundesliga.
Da geht's zum Auftakt gleich mit einem großen Kracher los, und auch die übrigen Spiele sorgen dafür, dass es mir wieder richtig heiß wird.
Freitag empfängt Gladbach die Bayern, zwei alte Rivalen treffen aufeinander in einem ewig jungen Duell, und seit langer Zeit begegnen sich beide Teams mal wieder auf Augenhöhe. Na ja, fast!
Seid mir nicht böse, liebe Gladbacher, aber der Favorit heißt für mich FC Bayern. Heute Abend und überhaupt. Jupp Heynckes, der Uralt-Borusse, wird Meister mit seinen Jungs, egal, wie es Freitag ausgeht.
Die Münchener sind das Maß aller Dinge, und mit viel Glück könnten die deutschen Nationalspieler des FCB sogar den „Fußball Grand Slam“ gewinnen - Meisterschaft, Pokal, Champions League und als absolute Krönung den EM-Titel.
Aber: Genauso sicher bin ich, dass die „Fohlen“ oben dranbleiben. Marco Reus wird nach Bekanntwerden seines Wechsels kein bisschen schlechter. Im Gegenteil: Der Junge brennt darauf, der Borussia alles zurückzuzahlen, neben rund 17 Millionen Euro Transfersumme vor allem die Qualifikation für Europa!
So wie er im vergangenen Jahr im Kampf gegen den Abstieg nicht die Flügel hängen ließ, sich für kein anderes Angebot interessierte und gemeinsam mit Favre und Co für Gladbach die Liga rettete.
Für ihn ist es Freitagabend natürlich ein ganz besonderes Spiel. Die Bayern wollten ihn, und er will zeigen, was ihnen entgangen ist. Dass er vergeblich eine Stammplatzgarantie beim Rekordmeister gefordert haben soll, kann ich mir übrigens beim besten Willen nicht vorstellen. Ich kenne Marco ein bisschen, so etwas tut er nicht. Dazu ist er viel zu realistisch.
Dass solche Gerüchte aufkamen, hat mir richtig gestunken. Sein Wechsel zum BVB ist absolut nachvollziehbar. Marco ist ein Dortmunder Junge und das Klopp-Team ist der einzige echte Rivale der Bayern.
Die Perspektive, regelmäßig bei einem Spitzenverein zu spielen, ist bei den Schwarzgelben wesentlich sicherer. Bei den Bayern müsste er sich als Jungstar mit dem „Weltklasse-Quartett“ Robben, Ribéry, Müller und Kroos auseinandersetzen.
Den Auftritt des FC in Wolfsburg werde ich mir am Fernseher reinziehen. Ich bin gespannt, wie die Truppe aus der Winterpause kommt. Ich glaube, Stale Solbakken entwickelt da was, er bringt Konstanz rein, es wird besser in Köln. Ob es schon bald zum Europa-League-Platz langt, wie es Kapitän Pedro Geromel und Lukas Podolski formulierten, wage ich noch zu bezweifeln.
Aber schon die Tatsache, dass sie davon reden, ohne gleich als Spinner tituliert zu werden, zeigt, dass der „Geißbock“ sich erholt hat, dass es aufwärts geht. Vielleicht kann gegen die völlig neu formierte Wolfsburger Truppe die Gunst der Stunde genutzt werden. Schön, dass Lukas Podolski von dem lange verletzten Novakovic wieder ein bisschen Unterstützung bekommt.
Die bekam Robin Dutt in Leverkusen auch. Er ist und bleibt Trainer, und nun sollte sich alles finden bei meinem Ex-Klub. Aber: Gegen Mainz herrscht Siegzwang, keine Frage. Ginge nach dem 0:3 zum Hinrundenausklang gegen Nürnberg auch das zweite Heimspiel hintereinander gegen ein Kellerkind verloren, würde das Theater gleich von vorn beginnen.
Leicht hat Dutt es nicht, der Kader hat ja noch mehr abgenommen als ich. Aber die Ausfälle von Barnetta, Renato und Sam dürfen gegen die ebenfalls ersatzgeschwächten Mainzer keine Entschuldigung sein.
In solchen Spielen ist die Einstellung wichtiger als die Aufstellung! Jetzt heißt es Feuer, Power, Sieg! Denn nur eine Serie und viel, viel Glück bringt Bayer zurück ins Rennen um die Champions League! Und Robin Dutt aus der Schusslinie.
