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"Was beim FC abgeht, ist meisterlich"
"Was beim FC abgeht, ist meisterlich"

Don Calli macht das Derby rund!


Am Samstag wartet ein Derby mit komplett umgekehrten Vorzeichen auf uns! Ich werde am Samstag in der BayArena ganz gespannt das Spiel zwischen dem FC und Bayer verfolgen. Es ist ein Duell mit einem ganz neuen Gefühl für die Klubs – sowohl positiv, als auch negativ. Köln kann auf die Europa League hoffen, Leverkusen muss noch die Relegation verhindern. Das ist die Gefechtslage. So, wie es schon seit Ewigkeiten nicht mehr war. Bayer war in den letzten 25 Jahren, bis auf ein paar Ausnahmen, regelmäßig international, meist in der Königsklasse vertreten.

In dieser Saison hat Leverkusen mit seinem Champions League-Kader völlig unerklärlich eine glatte Bruchlandung hingelegt. Im Abstiegskampf frisst die Angst in der Regel die Fußballkunst auf, anders ist es nicht zu erklären, dass Bayer letzte Woche beim Tabellenvorletzten Ingolstadt, im Schlüsselspiel um den Klassenerhalt, weitgehend auf der ganzen Linie enttäuschte. In den letzten 12 Pflichtspielen gab es nur einen Sieg beim Tabellenletzten Darmstadt. Für mich hängt diese Negativserie auch etwas mit der grundsätzlichen Einstellung zusammen, zumal man von den sechs Champions League Gruppenspielen keines verlor. Die Gegner waren immerhin der russische Meister ZSKA Moskau, der momentane souveräne englische Tabellenzweiter TottenhamHotspur und der aktuelle französische Tabellenführer AS Monaco.

Der Punkt in Ingolstadt, auch wenn es nur einer war, war für Bayer eine große Befreiung. Sie haben wieder ein Netz mit doppeltem Boden unter den Füßen, schließlich können sie nicht mehr direkt absteigen. Dass ausgerechnet der 17-jährige Kai Havertz mit seinem Ausgleichstor in Ingolstadt den Grundstein dafür legen konnte, spricht für die Theorie, dass Unbekümmertheit in solchen Situationen eine wichtige Rolle spielt. Unbekümmert und nervenstark waren in diesen Fußball-Krimis in der Regel immer nur ein paar alte abgeklärte Haudegen und junge unbekümmertste Profis.

Havertz bekam im Vorfeld von all den Schlagzeilen und Sondermaßnahmen, die Bayer geplant hatte, wahrscheinlich am wenigsten mit. Der Junge hatte in der Tat Wichtigeres zu tun: Er schrieb letzte Woche seine Abiturklausuren. Eine unglaubliche Story, dass ausgerechnet der Gymnasium-Schüler Bayer Leverkusen die Sorge vor Platz 17 nahm, gleichzeitig Ingolstadt aus seinem schönen Traum vom Klassenerhalt aufweckte und Mainz und den HSV vor dem ganzen großen Nervenkitzel zunächst einmal bewahrte. Ohne das Tor von Havertz hätte die Luft gebrannt bei Bayer. Doch weil der direkte Abstieg vermieden wurde ist das Nervenkostüm vor dem Derby entspannter – auch wenn die Tabellensituation für Bayer katastrophal ist. Sie können nur neidisch über die Stadtgrenze nach Köln blicken. Denn was dort abgeht, das ist meisterlich!

Nach 25 Jahren winkt wieder Europa, da kann man die Führung nicht genug loben. Vor fünf Jahren war die Tribüne nach dem Abstieg noch mit schwarzem Qualm verhüllt. Der Spielerkader war für die Bundesliga nicht tauglich und zu allem Übel war auch noch die Kasse leer. Jetzt verfügt der FC wieder über einen sehr guten Kader, die Finanzlage wurde erheblich verbessert und das Image vom FC komplett sehr positiv verändert. Das Spiel gegen Werder Bremen war Werbung pur. Das war vom Allerfeinsten. Mit dem Selbstvertrauen können sie nun auch das Derby gewinnen, weil Peter Stöger bis auf Marcel Risse endlich aus dem Vollen schöpfen kann. Das muss man sich mal überlegen: Trotz großem Verletzungspech stehen sie völlig berechtigt da oben. Da ziehe ich den Hut und meinen dicken Bauch ein. Bayers Lage habe ich vor der Saison ganz anders eingeschätzt– das muss ich zugeben. Sie haben wichtige Nationalspieler wie Toprak, Brandt, Bellarabi oder Chicharito halten können, dazu tolle Talente wie Henrichs und Havertz integriert und außerdem vielversprechende Spieler geholt.

Die Kaderzusammenstellung von Rudi Völler war auch sehr gut. Doch dann blieben die Erfolge aus, die Chemie zwischen Spieler und Trainer war nicht perfekt und damit kippte auch die Stimmung, bei Bayer wurde man nervös und am Ende stand da nur noch die blanke Angst. Anders als in Leverkusen ist man in Köln, auch im positiven Sinne, nicht in eine Hysterie verfallen. Ich muss daher auch mal eine Lanze für die echten FC-Fans brechen. 99 Prozent haben in der schweren Zeit ihre Erwartungshaltung zurückgeschraubt und die Geißbock-Elf auch bedingungslos unterstützt, Sie haben sich diese rosigen FC-Zeiten verdient. Normalerweise müsste man auch jetzt im Derby auf den FC tippen, sie sind in Topform und haben mit Horn, Hector, Lehmann und Modeste bärenstarke Führungsspieler im Team. Aber bei aller Sympathie für die Kölner, ich habe auch noch immer ein Bayer-Unterhemd an. Sie haben die große Last durch den möglichen Direkt-Abstieg verloren, können in gewisser Weise frei aufspielen. Deshalb sage ich: 2:2 im Derby! Der FC hat dann die große Chance im Bundesliga-Finale gegen Mainz Europa klar zu machen.



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