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"Deutschlands Weg ist noch nicht zu Ende"
"Deutschlands Weg ist noch nicht zu Ende"

Don Calli WM-Kolumne - Reiner Calmund schreibt im Express


Endlich, endlich – jetzt bekommen wir die Leckerbissen serviert!

Seien wir ehrlich: Aus deutscher Sicht können wir zufrieden sein. Vorspeise und Zwischengang waren teilweise exzellent, das machte Appetit auf mehr.

Aber was uns Italiener, Franzosen und Engländer – unsere alten europäischen Rivalen – und auch einige andere Teams bei der WM servierten, das hatte mit Fußball-Feinkost nichts, aber rein gar nichts zu tun.

Für die Italiener habe ich ein bisschen Verständnis. Chefkoch Lippi baute auf die alten Zutaten, die Weltmeister von 2006, das ist durchaus verständlich. Aber: Mit faulen Tomaten, verblühtem Basilikum und zerkochten Spaghetti kriegst du eben keine schmackhafte Mahlzeit zubereitet.

Viel schlimmer die Franzosen! Das stank zum Himmel wie verdorbene Austern, statt „haute cuisine“ nur „wacklige Latrin“ – diese Fußballer, diese „Profis“ will keiner mehr sehen. In der „Grande Nation“ muss die Fußballküche von Grund auf renoviert werden – das kann dauern!

Und England? Der Möchtegern-Finalist, der sich den 2006er Finalisten Frankreich und Italien ruhmlos anschloss! Da fällt mir John Terry ein.

Der abgesetzte Kapitän (er hatte in fremden Töpfen gerührt) wollte den Chefkoch mimen und stolperte doch nur als Aushilfskellner durch die eigene Hälfte, servierte unseren Stürmern Chance um Chance – was für eine Blamage! Klebriger Plumpudding war das, was die Engländer kochten, unansehnlich und ungenießbar. Und auch nicht damit zu entschuldigen, dass dem Schiedsrichter die Augen verklebt waren, als Lampard traf.

Und Deutschland? Jogi Löws Jungs können sich rühmen, bisher den besten Fußball bei diesem Turnier gespielt zu haben. Hier stimmen die Zutaten, hier stimmt die Mischung. Und Deutschland dankt es Lahm, Schweinsteiger, Müller und Co.: In Berlin, Hamburg, München oder Köln herrscht eine Stimmung wie 2006 bei der Heim-WM, Südafrika ist plötzlich ganz nah.

Das muss am Samstag nicht zu Ende sein! Bisher stimmt mein WM-Fahrplan. Das Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien habe ich so vorausgesagt. Die Südamerikaner sind Favorit. Aber Deutschland hat Chancen, die Truppe kann nur noch gewinnen. Und das will sie!

1.) Ich habe persönlich oft genug erlebt, wie der Favorit strauchelte (wer erinnert sich nicht an Unterhaching 2000), genauso gut könnte ich Bücher füllen mit Siegen der Außenseiter. Nur zu gerne erinnere ich mich an die Champions League 2002 mit Bayer-Erfolgen gegen Liverpool, Turin oder Manchester. Also: Es ist alles drin!

2.) Ich war vor vier Jahren live in Berlin dabei, als die überlegenen Argentinier nach 120 Minuten und Elfmeterschießen die Koffer packen mussten. Damals haben sicherlich der Fußballgott und der Papst bei uns mitgespielt – vielleicht stellen die sich am Samstag ja wieder auf...

3.) Ich ziehe den Hut vor Weltstar Diego Maradona, dem argentinischen Stimmungs-Trainer. Auch vor Carlos Bilardo, dem Fuchs im Hintergrund. Doch die beiden können von ihrem halben Dutzend Weltklasse-Offensivspielern auch nur die Hälfte bringen. Und hinten sind die Gauchos um Martin Demichelis verwundbar.

Wir wollen weiterfeiern! Wie 2006. Stellt das Bier kalt, legt die Würstchen in den Kühlschrank. Freut euch auf Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, auf Thomas Müller und Mesut Özil. Alle vier standen übrigens schon in meiner EXPRESS-Elf der abgelaufenen Saison. Schön, dass sie meine positive Einschätzung so eindrucksvoll bestätigen.

ABER: Zu Ende ist ihr Weg hoffentlich noch lange nicht. Lasst Deutschland am Samstag bitte weiterjubeln, Jungs!

 

Quelle: www.express.de



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