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"Don Calli macht die Liga rund (3)"
"Don Calli macht die Liga rund (3)"

"Ab jetzt bin ich Bayern-Jäger" - Reiner Calmund schreibt im Express


Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte, 10:0 Tore! Okay, liebe Bayern, das passt, was Ihr im Sommer so alles an Ausnahme-Kickern eingekauft habt. Aber bei allem Respekt vor eurer wirklich tollen Truppe: Ab sofort bin ich auch ein Bayern-Jäger und freue mich über jeden Punkt, den ihr mal aus Versehen liegen lasst. Die ersten Bayern-Jäger, wenn man sie so nennen darf, heißen Stand heute Bielefeld und Bochum. Neben Schalke kommen auch andere Verfolger langsam ins Rollen. Bremen, Stuttgart, Dortmund und Leverkusen feierten gestern allesamt Befreiungsschläge. Leverkusens 3:0 gegen Karlsruhe habe ich live in der BayArena gesehen: Souveräne Partie, Bayer hat den Gegner in allen Belangen kontrolliert. Einziges Manko: Skibbes Jungs hätten noch vier oder fünf Tore mehr machen müssen. Und: Der Gegner war ein Leicht, sondern sogar nur ein Superfedergewicht. Trotzdem war der Sieg enorm wichtig fürs angeknackste Selbstbewusstsein.

FC Realitätsverlust
Genau wie in Köln, womit ich mich mal eine Liga tiefer begebe: War es das Knackspiel? Das jecke 4:3 gegen Jena kann das Spiel gewesen sein, das der FC brauchte, um in die Spur zu kommen. Das Stadion bebte, dem Geißbock wackelten die Hörner - Stimmung pur in Müngersdorf. Auch ich liebe das. Aber weil ich das alles etwas distanziert sehe, lasse ich mal ein paar kritische Worte fallen.

Der 1. FC Köln hat fantastische Fans, egal ob in der Südkurve oder im VIP-Bereich. Alle tragen den Geißbock im Herzen aber fast alle leiden in der Regel an dem FC-Virus Realitätsverlust. Seien wir ehrlich: Mit diesem Kader kannst du aufsteigen, der FC gehört
eindeutig zu den Favoriten. Aber die Top-Mannschaft, die alles im
Vorübergehen wegputzt, die hat Christoph Daum nicht. Da fehlt es, vor allen Dingen im Defensivbereich, an gestandenen schnellen Spielern. 

Mein Freund Christoph Daum hat in den vergangenen Tagen viel auf die Nuss bekommen. Das war okay. Denn die Verschwörungstheorie nach dem Aachen-Spiel, die war wirklich eine Botschaft aus Absurdistan. Aber: Er hat sich entschuldigt, es sollte jetzt gut sein. Was mir viel mehr stinkt ist, dass es in Köln solche Schlau-Schlaus gibt, die an Daum hinter vorgehaltener Hand Kritik üben, ihn in Frage stellen. Mein Vorschlag: Macht einen Spaziergang zur Schildergasse, geht in den Kaufhof und da direkt in die Spiegelabteilung. Und dann: Reinschauen und rot werden! Meine Güte: Daum feierte in den vergangenen Jahren fünf Meistertitel, Pokalsiege, viele Spitzenplätze, Köln absolviert die vierte von zuletzt sechs Spielzeiten in Liga 2.

Nehmen wir doch nur mal Bochum mit Trainer Marcel Koller: Der ist nach seinem Rausschmiss beim FC mit dem VfL in die Bundesliga aufgestiegen, war im letzten Jahr bester Neuling und jetzt für eine Nacht Spitzenreiter der Bundesliga. Mit Drobny, Misimovic und Gekas wurde ihm vor der Saison eine ganze Achse heraus gerissen. Doch Koller und Sportchef Stefan Kuntz haben nicht gejammert, sie waren fleißig. Mit ruhiger Hand geführt von VfL-Patron Werner Altegoer. Das Beste ist: Sie wissen in Bochum, dass es sieben Punkte gegen den Abstieg sind, die sie jetzt haben. Realisten eben. Aber in Liga eins! In Köln hingegen haben die überzogene Erwartungshaltung und der immense Druck schon einige namhafte Spieler und Trainer in die Knie gezwungen - siehe Koller.

Alarmstufe Rot in Gladbach
Ähnlich wie in Mönchengladbach: Und Borussia funkt nach dem Abstieg schon nach nur drei Zweitligaspielen erneut SOS. Nach der 1:4-Klatsche in Mainz herrscht Alarmstufe Rot. Das tolle Stadion mit fantastischen Fans, die neu geschaffene Infrastruktur, beste wirtschaftliche Bedingungen all das nützt nichts, wenn die Anhänger so langsam Kreislaufstörungen bekommen. Ich halte Trainer Jos Luhukay für einen absoluten Fachmann und finde es richtig, dass man dem jungen Christian Ziege eine Chance als Sportdirektor gibt. Aber beide wissen ganz genau, dass jetzt Punkte und Siege das einzige Argument sind, um die Kritiker mundtot zu machen.



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