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"Schalke geht auf dem Zahnfleisch"
"Schalke geht auf dem Zahnfleisch"

Don Calli macht die Liga rund (10) - Reiner Calmund schreibt im Express


Ich weiß nicht, wie es Ihnen ging, aber spätestens seit Dienstag konnte ich das Wort „Phantomtor“ nicht mehr hören. Als meine Frau mich beim Frühstück fragen wollte, ob ich einen Pfannkuchen will, kam sie nur bis „Pfa“…dann unterbrach ich sie: „Ich will nix mehr hören vom Phantomtor.“

Umso mehr hat es mich gefreut, dass Stefan Kießling am Mittwoch gegen Donezk das gemacht hat, was er am besten kann: Tore schießen! Da fiel ihm ein ganzes Gebirge vom Herzen. Ich kenne den Jungen ein bisschen und weiß, wie sensibel er ist.

Tore sind das beste Mittel gegen schlechte Laune, und ich bleibe dabei: Er hat das Loch nicht in das Netz geschnitten. Und seine Aussagen klangen für mich absolut plausibel.

Der Zweite, auf den es niederprasselte, war Felix Brych. Das ist für mich eine Unverschämtheit. Er musste zunächst im Bruchteil einer Sekunde entscheiden, er war ebenso ahnungslos wie viele Spieler und wie übrigens auch der Sky-Kommentator, der drei Anläufe inklusive Super-Zeitlupe brauchte, ehe er sehen konnte, dass da ein Loch im Netz war.

Bei der Szene waren alle überfordert, nur ein verbotener Blick vom vierten Mann auf das Kamerabild hätte alles einfach und schnell aufgeklärt.

Brych aber musste aus der Dynamik des Spiels entscheiden. Er sah einen Großteil der Leverkusener jubeln, und die Hoffenheimer haben kaum protestiert. Brych sah den Ball im Tor, und seien wir ehrlich: Hätte er ein defektes Netz einkalkulieren können? Im Leben nicht. Nicht er und keiner der Beteiligten.

Ich freue mich für ihn, dass er am Dienstag den Champions-League-Kracher zwischen dem AC Mailand und dem FC Barcelona souverän über die Bühne brachte. Damit heimste er großes Lob der kritischen Medien in Italien ein, er zeigte sich stressresistent, und das ist eine sehr wichtige Eigenschaft für Schiedsrichter.

Wer ihm jetzt als Funktionär die WM-Fähigkeit abspricht, der hat in meinen Augen keine Ahnung und sollte sich das Fair-Play-Logo vom UEFA-Clubanzug abtrennen. Brych ist ein starker Referee, deshalb wurde er nominiert. Aber kein Schiedsrichter schafft es, ohne Fehler durch die Karriere zu kommen.

Vor allem dann, wenn seine Vorgesetzten ihm auch noch die elektronischen Hilfsmittel verbieten. Jeder der Jungs kann ein Lied davon singen, da bin ich sicher.

Genauso sicher bin ich – und damit komme ich zurück zur Bundesliga –, dass Borussia Dortmund am Samstag als Favorit ins Ruhrpott-Derby geht. Der Sieg beim FC Arsenal war ein dickes, fettes Ausrufezeichen und ein Signal an alle: Auch wenn wir Probleme haben – wir werden damit fertig!

Da tun sich die Schalker aktuell etwas schwerer, dennoch liegen sie trotz vieler Verletzungen in der Bundesliga, als auch in der Champions-League-Tabelle ganz gut im Rennen.

Natürlich kann man in solch einer Situation auch mal gegen den FC Chelsea verlieren, auch zu Hause. Das 0:3 war deutlich zu hoch. Aber Schalke geht halt auf dem Zahnfleisch.

Farfan, Papadopoulos, Huntelaar, Höger usw. fallen auf jeden Fall aus, Kevin Prince Boateng ist nicht bei einhundert Prozent. Diese Ausfälle schmerzen, zumal beim BVB weitgehend nach und nach alle wieder aus dem Krankenstand zurückkehren.

Noch ein Faktor spricht für die Dortmunder: In der vergangenen Saison siegte Schalke in beiden Derbys. Das sitzt ganz tief! Und deshalb gilt bei der Klopp Truppe: So etwas darf nicht mehr passieren, das dürfen wir unseren Fans nicht antun!

Dortmund ist Favorit – aber alles ist möglich. In diesem Spiel sind die normalen Faktoren ausgeschaltet. Und genau das ist die Chance für Schalke!



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