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Bundesliga und Champions League gegen WM-Fieber
Bundesliga und Champions League gegen WM-Fieber

Neuer Beitrag in Calli's Corner - regelmässige Kolumne fuer Fujifilm


Die meisten Menschen, die sich dem Fußball verschrieben haben, zählen die Tage wie sie Silvester die Sekunden vor dem Jahreswechsel zählen. Die Zeit bis zum 9. Juni 2006, bis zum Tage des WM-Eröffnungsspiels Deutschland gegen Costa Rica, ist lang und es ist gut, dass wir Fußball-Verrückten eine Menge Ablenkung haben. Die Bundesliga, die Champions League, die Testländerspiele vor dem großen Turnier...

Die ersten Runden nach der Winterpause konnten den Eindruck nur verfestigen, dass der kommende Deutsche Meister so heißt wie der aktuelle. Die Bayern marschieren einsam voran, wirken dabei nicht immer fußballerisch souverän, aber sie präsentieren sich eben viel konstanter als die Konkurrenz aus Bremen und Hamburg. Das war, ist und bleibt eben die Stärke der Münchener: Siegeswille, Nüchternheit, Professionalität und niemals ein Spiel verloren geben, wie zuletzt beim 1:1 ins Hannover. Da gibt es kein Straucheln und kein Stolpern, da geht es immer unbeirrt und geradeaus weiter auf der Straße des Erfolgs. Mannschaftliche Geschlossenheit und die große individuelle Klasse von Kahn, Lucio, Ballack, Makkay oder Pizzaro machen das von Felix Magath perfekt vorbereitete und eingestellte Bayern-Team für die meisten deutschen Gegner unschlagbar. Darüber darf man nicht jammern, davor muss man den Hut ziehen. Die Bayern sind auch 2006, wie in den meisten Jahren vorher, eine Klasse für sich.

In der naechsten Klasse werden sich der HSV, Werder Bremen und Schalke 04 ein tolles Finish um die beiden weiteren Champions-League Plaetze liefern. Alle anderen Teams sind weit abgeschlagen.

Um ganz vorne zu landen, haben sich die Nordlichter aus Hamburg und Bremen den einen oder anderen Ausrutscher zu viel erlaubt. Trotzdem gilt diesen beiden Teams mein Respekt. Sie haben für eine Menge frischen Wind gesorgt. Spieler wie Rafael van der Vaart, zuletzt leider lange verletzt, sind eine Bereicherung für die Liga, ebenso natürlich ein gesunder Miroslav Klose, dem ich in dieser offensivstarken Werder-Elf eine sensationelle Torquote zugetraut hätte – wenn diese dumme Armverletzung aus dem unseligen Pokalspiel beim FC St. Pauli nicht dazwischen gekommen wäre. Ein Spiel, an dem Werder lange, vielleicht zu lange, zu knabbern hatte. So ist das, wenn man als haushoher Favorit auf einen unbequemen Gegner trifft – zu Risiken und Nebenwirkungen….wir kennen das alle.

Immerhin kann dies der Truppe von Thomas Schaaf im nächsten großen Spiel nicht passieren. Juventus Turin ist Favorit in diesem Achtelfinalspiel der Champions League, die Bremer sehe ich hier eher in der Außenseiterrolle. Sie werden sich einiges einfallen lassen müssen, um dieses europäische Spitzenteam, das die Serie A ähnlich souverän anführt wie die Bayern die Bundesliga, in Bedrängnis bringen zu können. Trotzdem: In zwei Spielen ist vieles möglich, die Bremer dürfen sich nicht verstecken. Einen Weg zum Erfolg sehe ich darin, das Mittelfeldbollwerk von Juve mit Emerson und Vieira zu überwinden, hier sind Frings, Micoud und vor allen Dingen Borowski gefragt, sie müssen die Pässe auf Trezeguet und Ibrahimovic unterbinden und selbst den Weg nach vorne suchen, Klasnic, Valdez und einen hoffentlich topfitten Klose bedienen. Dieses Trio ist jederzeit in der Lage auch die Turiner Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Spielentscheidend aber wird sein, wie die Werder-Defensive steht.

Leicht favorisiert sehe ich die Bayern gegen den AC Mailand. Der letztjährige Finalist scheint die Niederlage gegen den FC Liverpool nicht verdaut zu haben. Milan schwächelt in der Meisterschaft, Milan schwächelt im Pokal – schwächelt Milan auch in der Königsklasse? Klar ist: Das Potenzial dieser Mannschaft ist überragend. Klar ist aber auch: Der Umbruch kündigt sich an, Spieler wie Maldini oder Cafu sind über ihren Zenit hinaus, neben Schevchenko fehlt der zweite Klassestürmer. Doch wenn die Mannschaft von Carlo Ancelotti sich besinnt und alles auf ihre letzte Chance setzt, dann wird es eine ganz enge Kiste. Dann entscheidet die Tagesform. Ich bin sicher, die geballte Münchener Kompetenz wird genauso denken und die Mannschaft entsprechend einstellen. Deshalb bin ich optimistisch, dass die Bayern mit dem notwendigen Quäntchen Glück den Sprung ins Viertelfinale packen.

Je erfolgreicher und selbstbewusster die Bayern sind, desto mehr wird sich dies auch auf die Nationalmannschaft übertragen. Der Rekordmeister stellt nun einmal das größte Kontingent und mit Oliver Kahn sowie Michael Ballack zwei absolute Führungsspieler. Erfolge im Klub färben ab auf die Klinsmann-Truppe. Das deutsche Nationalteam steht im März vor zwei schweren Länderspielen. Sowohl Italien am 1. März in Florenz als auch die USA am 22. März in Dortmund stehen in der offiziellen Weltrangliste der FIFA über Deutschland und sind zwei gewichtige Prüfsteine. Der Verlauf und die Ergebnisse dieser Spiele werden Jürgen Klinsmann Aufschluss geben, auf wen er ab dem 9. Juni bauen kann.

Wir zählen die Tage bis zur WM. Doch unsere Ungeduld hält sich in Grenzen. Dank Bundesliga, dank Champions League, dank der Länderspiele, die längst viel mehr sind als belanglose Tests. Genießen wir gemeinsam die Vorfreude. 

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