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"Das Gerede von den Konzepttrainern nervt"
"Das Gerede von den Konzepttrainern nervt"

Don Calli macht die Liga-Coaches rund - Reiner Calmund schreibt im Express


Die Bundesliga startet mit Paukenschlägen. Vor allem die Spannung und, dass wieder jeder jeden schlagen kann, sorgte für neue Zuschauer-Rekorde und gigantische TV-Einschaltquoten.

Aber seien wir ehrlich! Wer den 1. Spieltag komplett richtig getippt hat, hat keine Ahnung vom Fußball. Auch ich lag mit einigen Tipps völlig daneben.

Unser Rheinland-Trio spielte schon vor der Karnevalszeit völlig verrückt. Drei Punkte habe ich schon erwartet, doch dass die ausgerechnet die Favre-Truppe beim großen Favoriten Bayern München holte, stand nicht auf meinem Zettel. Bravo, Gladbach, aber Vorsicht, in der letzten Saison startete die Borussia auch furios, darunter mit dem 6:3 Kantersieg in Leverkusen, bevor dann die Talfahrt begann. Bei Bayer 04 und beim FC gab es dagegen lange Gesichter. Null Punkte, null Tore, dafür aber Pfiffe und viel Kritik von allen Seiten.

Es ist kein Stil, die beiden neuen Trainer gleich zum Auftakt ins Kreuzfeuer zu nehmen. Die Art und Weise, wie Robin Dutt und Stale Solbakken – ohne Ausreden – ihren Kopf für die Spielweise und Niederlagen ihrer Teams hingehalten haben, hat mir gefallen. Gerade in Köln sollte man dem international erfolgreichem Coach Zeit geben, der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken. Jeder weiß doch, dass der Norweger nicht nur die allerfeinsten Zutaten für Traumfußball im FC-Kader hat.

Bei den Ansprüchen von Bayer Leverkusen sieht die Situation etwas anders aus. Auch Robin Dutt, von dem ich viel Positives gehört habe, muss man die Zeit geben, die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen.

Er darf dabei allerdings nicht vergessen, dass Bayer 04 in der letzten Saison mit tollem Fußball Vizemeister wurde und alles andere als eine erneute Qualifikation für die Champions League eine Riesen-Enttäuschung wäre.

Grundsätzlich bin ich ein Anhänger der jungen Trainer-Generation.

Thomas Tuchel hat mich mit seiner Philosophie begeistert. Selbst ich alter Sack konnte in den gemeinsamen Gesprächen noch jede Menge lernen. Trotzdem geht es mir auf die Nerven, wenn alle nach jungen Konzepttrainern rufen. Glaubt einer ernsthaft, die deutschen Bundestrainer Franz Beckenbauer und Berti Vogts wären bei dem WM-Sieg 1990 und EM-Sieg 1996 konzeptlos gewesen oder Udo Lattek (11 deutsche Titel), Ottmar Hitzfeld (10), Otto Rehhagel (6), Felix Magath (5), und Co. hätten konzeptlose Titel geholt?

Auch der aktuelle Meistertrainer Jürgen Klopp ist kein Zauberer. Mir hat er jedenfalls erklärt, dass die Dortmunder Erfolge nur durch die erstklassige Detailarbeit seiner Assistenten, also dem Team hinter der BVB-Mannschaft, möglich waren.

Es ist doch völlig normal, dass sich die Trainer der heutigen Hightech-Möglichkeiten für Trainingslehre, Analyse und Spielvorbereitung bedienen, genauso wie es die erfolgreichen deutschen Unternehmen auch machen. Das ist im Spitzenbereich absoluter Standard, dafür gibt es keine Fleißkärtchen.

Express vom 13.08.2011



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