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"Unsere Liga wird Euro-Schlager"
"Unsere Liga wird Euro-Schlager"

Don Calli macht die Liga rund (2)- Reiner Calmund schreibt im Express


Licht aus, Spot an! WM war gestern, jetzt zieht uns die Bundesliga wieder voll in ihren Bann. Und nach den ersten Appetithäppchen wage ich zu behaupten: Der deutsche Fußball knüpft nahtlos da an, wo er in Südafrika aufgehört hat.

Fangen wir an: Bis Mitte August verkauften die Bundesligaklubs rund 460 000 Jahreskarten. Ein neuer Rekord. Und die halbe Million wird wohl nur deshalb knapp verpasst, weil 13 von 18 Vereinen den Verkauf der Abo-Tickets stoppten.

Saison wieder auf einen neuen Zuschauerrekord hinaus. Da gucken die anderen Länder neidisch auf unsere Liga. 41 000 Fans pilgern im Schnitt zu unseren Spielen in die immer noch schönsten und modernsten Stadien Euro- pas. In England sind es 35 000 Fans, in Spanien lediglich 28000 und in Italien gerade 25 000 Tifosi. Da klafft eine Riesenlücke, die verdeutlicht, welche Strahlkraft die Bundesliga besitzt. In Deutschland interes- sieren sich mehr als 35 Millionen Menschen für den Bundesliga-Fußball. Sie sorgen nicht nur für volle Stadien, sondern auch für Stimmung, Emotionen und höchste Einschaltquoten.

Aber keine Rosen ohne Dornen! Es gibt einen Stachel im Fleisch der Liga - die TV-Vermarktung. Trotz lukrativer, spannender Spiele und trotz weltweiter TV-Präsenz in über 200 Ländern. Bei den TV-Erträgen hinken wir den Ligen in England, Spanien und Italien meilenweit hinterher.

Umso überraschender ist es daher, dass der deutsche Klub- fußball und damit auch die Nationalmannschaft diesen großen sportlichen Boom erlebt. Das aktuelle UEFA-Ranking lügt nicht und besagt, dass wir bei einem halbwegs normalen Verlauf ab der übernächsten Saison wieder drei feste Champions-League-Teilnehmer am Start haben. In der letzten Saison waren die deutschen Klubs in der UEFA-Wertung der absolute Sieger und durch die optimale Euro-Quali von Bremen, Leverkusen, Stuttgart und Dortmund konnten wir die Italiener jetzt in der UEFA-Wertung verdrängen. Es gibt für mich in erster Linie drei Faktoren, die trotz fehlender TV-Einnahmen für den sportlichen Aufschwung sorgen:

Die modernen Stadien locken die Fans in Scharen an und bieten jede Menge Einnah- memöglichkeiten über den Kartenverkauf hinaus. Vor allem die hohe Präsenz im Free-TV und die gute Übertragung im Pay-TV locken Sponsoren an, die den Ausfall nicht kompensieren, aber mildern.

Schließlich investiert man klug in die Nachwuchsarbeit und bildet sogar Weltklasse aus: Lahm, Schweinsteiger, Müller waren im WM-Allstar-Team – sie sind wie viele andere Kinder des deutschen Nach- wuchsfußballs und kosteten keine Ablöse. Der erfolgreiche DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sagte mir: „Wir brauchen zwar ausländische Top- Stars. Doch ich bin sehr happy, dass wir jetzt so viele deutsche Spieler im bezahlten Fußball haben wie seit 1999 nicht mehr. In der zweiten Liga sind es sogar 70 Prozent!“

Ein wichtiges Thema ist sicherlich auch die Seriosität, mit der in Deutschland gearbeitet wird. Es gibt vielleicht ein paar Euro weniger – die aber gibt es pünktlich und sicher. Zudem wurden und werden die Steuervorteile für Profis in den mit uns konkurrierenden Ländern wie zum Beispiel England und Spanien Zug um Zug abgebaut. Das alles zieht Klasse an: Ballack, Diego, Van Nistelrooy, Raúl – das sind Namen, die von der eben erwähnten Strahlkraft der Liga zeugen. Der Laden brummt und er wird weiter brummen, da bin ich sicher!

Zurück auf den Rasen: Für mich konzentriert sich amSonntag alles auf die Partie Bayer Leverkusen gegen Borus- sia Mönchengladbach. Das wird ein Feiertag! Mittags werde ich mit meinem Freund Heinz Horrmann, einem einge- fleischtem Borussen-Fan, beim „Festival der Meisterköche“ auf Schloss Bensberg mit der „Spielvorbereitung“ beginnen. Im Aufwärmprogramm gibt es leckere Häppchen, würzige Dis- kussionen und danach geht es ab ins Stadion.

Mein Favorit heißt Bayer. Der Kader ist sehr gut aufgestellt. Jupp Heynckes konnte unter der Woche im großen Stil rotie- ren, ohne dass das Weiterkom- men in der Europa League in Gefahr geriet. Max Eberl, Glad- bachs Sportchef, verriet mir: „Für mich ist Bayer der erste Bayern-Verfolger! Sie sind top besetzt.“ Aber, Achtung: Schon in der vergangenen Saison reichte es für Leverkusen nur zu einem knappen 3:2-Zittersieg. Die Borussia ist stark genug, Ballack und Co. zu ärgern.



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